Trommelwirbel. Fragende Gesichter. Spannung. Wer ist’s nur, wer ist’s nur?
Ta-Da-Ra-Da!
Ihr werdet es nicht glauben. Es war tatsächlich Andy McKee! Genau, DER Andy McKee. Das Gitarrenphänomen. Der wohl beste, talentierteste Fingerstyle-Gitarrist. Wobei hier die Frage ist: Kann man seine Spieltechnik überhaupt noch Fingerstyle nennen?
Wer nun immer noch ein Fragezeichen im Gesicht hat sollte sich schleunigst bei YouTube eines seiner Videos angucken (ich empfehle „Drifting“ und „Rylynn“).
Als ich Mitte Oktober entdeckte, dass der aus Kansas stammende Mann auf Tour geht und im legendären B.B. King Blues Club in New York spielt, war klar: Da muss ich hin!
Karte gekauft. Zack. Langes Warten. Zack. Hin.
Den ganzen 2. November lang war ich aufgeregt wie nie zuvor. Da war selbst die Abiprüfung in PoWi ein Klacks dagegen! Der Grund: Ich wusste schon, dass ich Mr McKee nach dem Konzert treffen würde. Diese Gelegenheit ergab sich völlig spontan und unverhofft.
Andy McKee ist einer der wenigen, der noch persönlich mit seinen Fans kommuniziert. Diese Chance nutzte ich also und fragte einfach klipp und klar, ohne nettes Du-bist-so-toll-Du-bist-der-Beste-mach-weiter-so-Musik-Geschwafel, ob es nach dem Konzert denn eine Chance zum Meet and Greet gäbe.
Ich hatte kaum mit einer Antwort gerechnet. Immerhin ist er ein viel beschäftigter Mensch der lange nicht jedem Fan antworten kann (auch wenn er es versucht).
Umso überraschter war ich, als ich bereits eine halbe Stunde später eine Antwort bekam. Sicher gäbe es die Gelegenheit, er freue sich schon. Ich bin ausgeflippt wie ein 14-jähriges Teenie-Mädchen das gerade Justin Bieber gesehen hat.
Die Tage bis zum Konzert vergingen und vergingen einfach nicht. Ewiges Warten.
Als es dann doch endlich soweit war verging die Zeit wie im Fluge. Was soll ich bloß anziehen? Warum habe ich mir das nicht schon vorher überlegt? Welche Bahn nehme ich überhaupt? Habe ich auch alles eingepackt? Was brauche ich überhaupt? Ist meine Kamera geladen? Soll ich meine Gitarre mitnehmen? Und meine Fahne?
Nachdem ich alles 10-fach geprüft hatte und einigermaßen gestylt war ging es auf zur Bahn. Vor lauter Aufregung hatte ich natürlich die wichtigste Sache vergessen: Nochmal auf’s Klo zu gehen.
Nicht so schlimm. In der Bahn gibt’s ja auch ein stilles Örtchen. Dachte ich zumindest. „Wegen Verstopfung geschlossen“ begrüßte mich das Schild an der Tür. Nicht so tragisch. Im Bahnhof gibt’s ja welche, und die eine Stunde Bahnfahrt halte ich locker noch durch.
Wären da nicht die vielen Verzögerungen durch was-auch-immer gewesen. Die Bahn brauchte jedenfalls fast 17 Minuten länger als sonst. Einlass für das Konzert war 6.00Uhr abends. Als ich aus dem Zug ausstieg war es bereits 5.50Uhr. Vom Grand Central Terminal bis zum Times Square brauche ich abends im Fußgänger-Berufsverkehr mit Gitarre auf dem Rücken 12 Minuten.
Die Sitzordnung im B.B. King’s ist stets nach dem Motto: Wer zuerst kommt kriegt die besten Plätze.
Ich musste also schnell eine Entscheidung treffen. Eine Toilette im Bahnhof aufsuchen und dafür 2-3 Reihen weiter hinten sitzen, oder mit voller Blase zum Times Square spurten und Andy in voller Pracht sehen. Lange überlegen musste ich da nicht. Die Strecke kenne ich so gut wie meine Westentasche und wie man die New Yorker gefahrlos überholt habe ich auch schon spitzenmäßig drauf. Und wenn es um Andy McKee geht entscheide ich mich selbstverständlich für ihn und nicht für mein mich quälendes Organ.
Im Zick Zack sprintete ich los und kam fast pünktlich an. Die ersten 3 Reihen waren zwar schon komplett voll, aber immerhin ergatterte ich einen Platz in vierter Reihe. Im B.B. King’s ist es sowieso sehr gemütlich. Man sitzt an Tischen im Cabaret-Stil. Mit mir am Tisch ein argentinisches Paar auf Hochzeitsreise und zwei New Yorker Junggesellen Mitte 30. Kaum am Tisch angekommen verschwand ich auch schon wieder – ihr wisst wohin. Erleichtert konnte ich dann meine Pommes genießen und als um halb 8 das Konzert anfing war der ganze Trubel schon längst vergessen.
Das Konzert war unbeschreiblich. Ich bin unglaublich froh dass ich da war. Und natürlich noch froher, dass ich Andy getroffen habe und tatsächlich mit ihm über Gott und die Welt geplauscht habe.
Sehr sympathisch dieser Mann. Und natürlich auch seine beiden Freunde Stephen Bennett und Antoine Dufour (Ich empfehle „Antoine Dufour – These Moments“ auf YouTube).
Ich könnte noch stundenlang weitererzählen. Wie ich an das Plektron von Antoine kam, wie ich mit den Jungs auf Deutsch erzählt habe und was mir Andy verraten hat…
Stattdessen gibt’s Bilder, und wenn wir uns wiedersehen erzähle ich euch vielleicht die ganze Geschichte…
Antoine Dufour, Stephen Bennett, Britt, Andy McKee (v.l.n.r.) - und natürlich die Erlebach-Fahne!
Der B.B. King Blues Club
Ich war so erleichtert, dass ich gleich ein Foto machen musste.
Natürlich auch wegen den schwarzen Kacheln die mich an das Zaubereiministerium
in den Harry Potter Filmen erinnert haben. Sie sind einfach zauber(er)haft!
Antoine Dufour. Das Halstuch ist sein Markenzeichen, nicht wundern.
Er wickelt das durch die Saiten weil er felsenfest behauptet er höre
sonst ein "Klirren" das ihn wahnsinnig mache...
Andy und seine Gitarren.
Und nein, das ist keine optische Täuschung. Die schiefen Gitarrenbünde
nennt man "Fanned Frets" - Resultat: perfekte Intonation. Ein Traum.
Antoine und seine Harfengitarre.
Britt und ihre Andy McKee Signature Gitarre.

OH MY GOD! do you know that you look absolutly GORGEOUS when you´re happy?? AMAZING :)
AntwortenLöscheni miss and kiss you canadian guitar - girl! have a great time and again: you look stunning ♥