So. Wieder da aus den USA. Doch BBBB bleibt euch erhalten. Denn auch die Heimat bietet spannende, lustige und peinliche Geschichten.



Mittwoch, 18. April 2012

The Sunshine State

Am Ostermontag ging es also nach Florida. Endlich Sonne. Aber zum Glück noch keine 100°F. Abflug vom KHPN. Dem Westchester County Airport. Der ist 20 Minuten entfernt und von den zwei Startbahnen heben öfters mal die Privatjets der hiesigen Hedgefonds-Manager ab.
Nur mit Handgepäck beladen ging es nach der üblichen Warterei in eine schnuckelige Boeing 717. Zum Glück hatte ich gerade ein neues Buch angefangen und war die ganze Zeit am Lesen. Da ging der Flug schnell rum. Essen gab's natürlich nicht. Eine 50g-Tüte Salzbrezeln. Das zählt wohl kaum! Mit Cola und dünnem Kaffee konnten die netten Saftschubsen dann aber doch noch bei mir punkten.

Wir waren zu zehnt unterwegs. Meine Gastfamilie plus Oma, Tante, Onkel, Cousine und Cousin. Eine lustige Truppe.
Ich hatte Urlaub. Wertvollen Urlaub. Die Amerikaner haben nämlich nur 14 Tage davon im Jahr. Für meine Gastfamilie war das anscheinend eine schwere Umstellung. Ich durfte Autositze schleppen, den Mietwagen ein- und ausladen und dazu noch das Riesen-Kuschelkissen von meinem Gastvater tragen, auf das er die 8 Tage nicht verzichten wollte. Ich kam mir schon ein wenig komisch vor. Mit so einem bestickten 80x80cm Kissen unterm Arm quer durch den Flughafen zu marschieren, das mache ich auch nicht jeden Tag.
Im Flugzeug hat es ihm dem Geschnarche nach zu urteilen aber treue Dienste erwiesen. Es hatte sich also wahrlich gelohnt. Außerdem durfte ich ja bei der Familie im Haus wohnen und sie teilten mir ihr über Jahre mühsam erlerntes Disney-Geheimwissen mit. Eine Hand wäscht nunmal die andere.

Wer schon mal mit zehn Personen gereist ist weiß, dass es Sinn macht einen Wochenplan zu erstellen. Mit genauen Zeiten. Damit jeder weiß wann er wo sein muss.Das war für mich sehr hilfreich und vorallem entspannt. Ich musste mich um nichts kümmern, wurde überall hinkutschiert und bekam so mehr vom schönen Florida und der Disney-Welt zu sehen als wohl kaum ein anderer der zum ersten Mal dort ist. Gut gefiel mir auch, dass ich eben nicht nur die typischen Touri-Gebiete zu sehen bekam.

Weil so ein straffer Zeitplan natürlich auch ziemlich anstrengend ist, waren zum Glück genug Rehabilitionszeiten eingeplant. Das Haus meiner Gastfamilie ist in der Nähe von Daytona Beach. Dem berühmten "Shark Beach". Zwischen 1882 und 2004 kam es hier zu 171 Hai-Angriffen. Weil die aber schon lange wissen, dass sich so viele von den netten Knorpelfischen dahin verirren, konnten alle Opfer gerettet werden. Jährlich sterben etwa 10 Leute an den Folgen eines Haiangriffs.
Natürlich gab es an jenem Tag als wir zum Strand wollten eine solche Hai-Warnung. Aber was soll's. Bei der geringen Wahrscheinlichkeit zu sterben bin ich eben trotzdem Schwimmen gegangen. Da waren auch noch andere mit Surfbrett im Wasser - und meistens erwischt es ja dann die.
(Ihr wisst ja schon das alles gut gegangen ist - sonst würde ich wohl kaum schreiben. Ich habe auch noch alle Extremitäten).


Der "Walk of Death" oder wie der heißt... für alle die in den Wellen geblieben sind. 





Während dem Urlaub habe ich also eine ganze Menge gelernt. Wie man bei Disney die teure Parkgebühr spart, wie man die morgendliche ewige Wartezeit am Haupteingang umgeht und so vieles mehr. Alles in allem muss ich aber gestehen, dass ich mir Disney World noch viel bombastischer vorgestellt habe als es wirklich ist.Schön war es auf jeden Fall. Doch ich persönlich gebe mich mit "Space Mountain" nicht zufrieden. Disney World ist für mich wie die gute alte Lochmühle. Schön, aber langweilig. Die Eichhörnchenbahn ist eben kein Silver Star. Wer aber auf die Bundesgartenschau steht und Disney mag, sollte mal einen Besuch planen. Dann lohnt sich der stolze Eintrittspreis von knapp 100$ bestimmt.



Als Insider-Tipp gibt es das "Disney-Character-Breakfast" im Disneyland Resort. Das lohnt sich wirklich. Vorallem wenn man so denkt wie ich und isst bis man fast platzt, denn man hat ja den Preis für das All-you-can-eat-Buffett bezahlt. Während man sich mit Leckereien vollstopft kommen Donald und seine Freunde vorbei. Man kann sie knuddeln, mit ihnen tanzen und Fotos machen. Wirklich eine schöne Sache. Lustig ist dabei auch, die ganzen Kinder zu beobachten, die endlich ihre Helden aus dem Fernsehen treffen.
Frittierter Mickey, Croissant und Zimtschnecke an Marmeladenkleks. 







Donald Duck, mein bester Freund. 
Disney Castle während der nächtlichen Lichtershow.
Pinnochio bei der Light Parade.
Das Feuerwerk sah zwar anders aus als im Disney-Vorspann, war aber trotzdem gut.

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