Dass New York windig ist, weiß jeder der mal da war. Zwischen den Häuserschluchten saust und braust es gewaltig. Im Sommer kann das recht angenehm sein. Bei -7°C eher weniger.
Kaum dem Trubel im Grand Central Terminal entflohen, hieß meine nächste Station (wie immer) Tim Hortons. Eine heiße Schokolade musste her.
Wie die echten New Yorker lief ich mit meinem To Go-Becher im Eilschritt von Block zu Block. Bis zum Hudson. Dort schaffte ich es gerade so 5 Fotos zu machen. Danach war ich so eingefroren, dass ich mich schleunigst wieder in Bewegung setzen musste.
Wo also als nächstes hin? Shoppen ist eine eher schlechte Option wenn man Geld sparen will und sowieso schon viel zu viele Klamotten hat um sie je wieder in die Heimat zu bugsieren. Für einen Tag im Museum fehlte mir auch die Muse. Außerdem war ich nicht alternativ genug gekleidet um mich an einen der gutaussehenden Kunststudenten der NYU ranzuschmeißen, und wozu gehe ich sonst ins Museum?
Gut genug gekleidet um mal wieder eine schicke Hotelbar auszuprobieren war ich ebenfalls nicht. Außerdem ist das Klientel zu Mittagsstunde dort meist sehr gewöhnungsbedürftig.
Während ich lief machte ich mir viele Gedanken was ich denn machen könnte. Draußen bleiben? Unmöglich. Aber wo hingehen? In New York ist das, wenn man kein Geld ausgeben möchte (und nicht Sonderangebots-Immun ist), recht knifflig.
Aus meinen Gedanken riss mich erst ein Mann, der mich nach dem Weg fragte. Stolz erklärte ich ihm genauestens wo er langgehen musste. Schließlich ist der Stadtplan Manhattans haargenau in meinem Hirn verankert. Battery Park bis Baker Field. Financial District bis Sugar Hill.
Fertig mit meiner Erklärung meinte besagter Mann nur, dass er aus Orlando komme und noch Synchronsprecher für einen Disneyfilm suche. Er arbeite bei Universal und ich könnte den Job sofort haben.
Schnell ergriff ich die Flucht und rief nur, dass ich sehr zufrieden mit dem Job bin den ich habe. Was mehr oder minder stimmt.
Mein Fluchtweg führte mich in den teils schicken, teils gruseligen Fashion District. In manchen Schaufenstern der vielen Stoffläden sitzen Männer aus Fernost stocksteif auf ihren Barhockern. Nur die Augen verfolgen einen wie bei so manchem Gemälde im Vorbeigehen. Da werde ich niemals ohne Bodyguard reingehen um einzukaufen. Soviel ist sicher.
Schnell rannte ich zum Port Authority Bus Terminal. Da ist es immer schön warm und da sind immer Polizisten. Warm und sicher also. Obwohl die Nachbarschaft eine recht hohe Kriminalitätsrate hat und es manchmal zu Schießereien kommt.
Ich blieb also nicht länger als nötig und machte mich auf den Weg zu - ihr ahnt es schon - Tim Hortons.
Nach zwei weiteren heißen Schokoladen und 3 Donuts beschloss ich die Heimreise anzutreten. New York und ich, das war einfach nicht unser Tag. Beim nächsten Mal wieder. Wenn das Wetter stimmt habe ich bestimmt wieder Schmetterlinge im Bauch wenn ich durch die Straßen laufe. Und hätte ich nicht diese Bahn genommen, hätte ich womöglich nicht so nette Menschen getroffen...
| Ted Mosby auf dem Weg zum Architekturball. Ich habe leider nur Ranjid zu Gesicht bekommen. |
| Der wolkenlose, blaue Himmel hat seinen trügerischen Schein, auf den fiel wohl so mancher rein... |
| Nach einer langen Überzeugungsrede warum gerade ich einen der 5 Luftballons brauche die an der Tür hingen, gab mir die Chefin dann netterweise doch noch dieses Souvenir mit auf den Weg. |
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