Ich hatte mir wie ihr wisst zum Geburtstag aber Schnee gewünscht. Den fanden die auch so toll, dass sie spontan in den Skiurlaub fuhren. Und das Wochenende drauf auch. Und das Wochenende darauf hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass mein Birthday-Dinner überhaupt noch stattfindet und hatte mich schon anderweitig verplant. Netterweise schlugen sie mir daraufhin 5 Termine vor, von denen ich mir einen aussuchen konnte.
Gestern war es dann soweit. Mit der ganzen Family ging es ins China-Restaurant. Hätte ich nicht vorher gewusst, was man genau unter dem China-Restaurant-Syndrom versteht hätte ich garantiert gedacht, dass sich die Kinder beim Betreten des Lokals angesteckt haben. Inkubationszeit: 10 Minuten.
Diese Zeit brauchten wir um still schweigend die Speisekarte zu studieren und unser Essen zu wählen. 10 Minuten Ruhe. Wie wertvoll diese sein können schätzt man meistens erst, wenn es vorbei ist mit ihr, der lieben Ruhe. Danach kam nämlich unser China-Chef, der nach einer kurzen Verbeugung auch schon anfing mit seinen Messern zu jonglieren. Rohe Eier landeten auf frisch gemetzten Klingen ohne einen Sprung in der Schale, Zwiebeln wurden in einem Tempo zerteilt, das nur eine Fliege mit ihren Facettenaugen hätte verfolgen können. Und dann kam auch schon der Vulkan. Vor dem hatte man mich gewarnt. Eine meterhohe Flamme schoss aus den zuvor galant gestapelten Zwiebelringen. Davon war ich ziemlich fasziniert. Die Kinder versetzte diese Aktion allerdings in Angst und Schrecken. J. brüllte wie am Spieß. Ihr Gesichtsausdruck versetzte dabei auch mich in schaurige Emotionen. Würde ich fest an Reinkarnation glauben, wäre ich mir sicher gewesen, dass sie in ihrem vorherigen Leben als Hexe verbrannt wurde oder zumindest in einem Feuer umgekommen ist.
Ich konnte mich gar nicht mehr auf die Kunsstücke des Kochs konzentrieren, mein Fokus lag klar auf den Kindern - und das in meiner Freizeit! Ich machte mir ernsthafte Sorgen und auch die Familie am Nachbartisch fragte besorgt ob alles in Ordnung sei bei uns.
Um allen Beteiligten weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen huschten die Eltern mit den Kindern schnell in den Nebenraum. Und ich war alleine mit dem komischen (aber sehr talentierten) Messerjongleur. Das war unangenehm genug. Eine gefühlte halbe Stunde kaute ich auf Reis und Zuckerschoten bis die Familie zurückkam und sich ihr Essen einpacken ließ. Bereit zum Aufbruch - den ich ehrlich gesagt schon herbeigesehnt hatte - zog ich demonstrativ meine Jacke an.
Doch just in diesem Moment kam die ganze Küchencrew mit einem riesigen Eisbecher, bestückt mit Wunderkerzen, zu mir um mir ein Ständchen zu singen. Da fühlte ich mich dann doch ein bisschen wie am Ende einer Traumschiff-Reise (sagt jetzt bloß nicht ihr kennt die immer wiederkehrende Szene mit den Wunderkerzen auf den Torten und der schönen Musik nicht!).
Und da der letzte Eindruck manchmal wichtiger ist als der Erste, war es doch noch ein schöner Abend den ich auch sicher nicht vergessen werde.
hey britt, ich hoffe, es geht dir gut. meld dich doch mal :-) viele küsse ♥
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